Kasemattentheater
Saison 2019/20

Am 11. Dezember 1964 wurde das Kasemattentheater unter seinem offiziellen Namen "Centre Grand-Ducal d'Art Dramatique" a.s.b.l gegründet. In dem bis dahin eher theaterverschlafenen Luxemburg der sechziger Jahre schwebte dem Gründer Tun Deutsch (1932-1977) ein avantgardistisches Theaterschaffen vor, das nicht nur die interessierte Bourgeoisie, sondern ein ganz neues Publikum in einer neuen Spielstätte anziehen sollte.
Der Spielplan des Kasemattentheaters gibt ganz bewusst modernen Autoren und zumeist auch jungen Regisseuren und Schauspielern den Vortritt, ob bei Eigenproduktionen oder bei nationalen oder internationalen Koproduktionen. Da das Kasemattentheater sich besonders literarischen Texten verschrieben hat, liegt ein weiterer Schwerpunkt auf Lesungen, ob zu einem Themenschwerpunkt oder zur Auseinandersetzung mit bestimmen Autoren.

Spielzeit 2018/19

Die Parole „Das Private ist politisch" wurde vor allem in der zweiten Frauenbewegung der 1970er Jahre benutzt. Es ging damals nicht mehr nur um Fragen wie die des Wahlrechts oder um die Einbindung und Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen, sondern neue Diskussionsfelder wurden eröffnet, vor allem in Bezug auf persönliche Beziehungen, Sexualität, Schwangerschaft, Kindererziehung und Gewalt. Man begann auch diese Bereiche politisch zu analysieren und zu politisieren. Diese Spielzeit sucht auch nach dem Politischen im Persönlichen - sei es anhand von Texten über heimatlose Einzelgänger von Böll oder Borchert, Uraufführungen von Stücken über die Glücks- und Partnersuche in der modernen, digitalen Welt, aus der Feder von Charel Meder (De Cabinet vum Dokter Menasse) oder Guy Helminger (Jockey), Claire Thills urbanes Taubenprojekt (Two pigeons perching on a bench) in Englischer Sprache, die freie Adaptation von Tschechows "Drei Schwestern" durch Ian De Toffoli auf Luxemburgisch, in einer ersten Inszenierung von Daliah Kentges zusammen mit einer starken weiblichen Truppe, oder eine Lesung bestehend aus Interviews mit todkranken oder sterbenden Menschen von Annick Goerens. Dazu tolle Regisseure, wie Sandra Reitmayer, Angelika Zacek, Ingeborg Waldherr, Daliah Kentges und Calle Fuhr.


Mehr Informationen auf
: www.kasemattentheater.lu


L'agrément n°2018/062 décerné par le comité directeur du Fonds culturel national lors de sa réunion du 19 novembre 2018.